Umweltbildungszentrum Licherode
Ökologisches Schullandheim und Tagungshaus
Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Getreidewoche

„Unseren Kindern brauchen Sie nichts über Getreidearten erzählen, wir kommen ja vom Dorf“ hieß es vor Jahren, als eine Eltern-Kind-Gruppe aus der näheren Umgebung in Licherode war. Kurz darauf gab es dann aber lange Gesichter bei den Eltern, denn die Unterscheidung der Grundgetreidearten fiel verheerend aus, auch bei den Erziehungsberechtigten selbst. Das Thema Getreide bleibt also auf den Spuren unserer Vorfahren ein „Evergreen“, und vor allem macht die Verarbeitung großen Spaß.

Stationsarbeiten Getreide

Nicht nur das Unterscheiden von Weizen, Roggen, Gerste oder Hafer kommt bei den Stationsarbeiten zum Tragen, sondern vor allem der Anbau und die Verwendung dieser Grundnahrungsmittel. Nun wird auch klar, was es bedeutet, wenn man von „Vollkorn“ spricht und was es mit dem Begriff „Weißmehl“ auf sich hat. Besonders hoch steht das Quetschen der Haferkörner im Kurs. Plötzlich werden Fleisch- und Wurstfans zu Anhängern von selbst hergestellten Haferflocken. Interessant ist auch, in welchen Produkten des Alltags sich das Getreide in verarbeiteter Form wiederfindet. Und „Körnerfreaks“ werden gleich mitproduziert…...!

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Exkursion Demeterhof

Fünf Kilometer entfernt  im Nachbarort Oberellenbach gibt es den Kirchhof, einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb, der nach Demeter-Richtlinien arbeitet. Der Kirchhof ist schon allein wegen seiner Vielseitigkeit höchst interessant. Neben der Milchviehherde mit Angler Rotvieh hält der Kirchhof Milchziegen, Kaltblutpferde und Esel. Aber hier werden auch verschiedene Getreide angebaut. Nach der Ernte wird das Getreide teilweise gemahlen und das Mehl wird zu Brot und Brötchen verarbeitet, die im hofeigenen Backofen dann gebacken werden. Vorher steht aber eine Wanderung durch die landschaftlich sehr schöne Gegend an. In der warmen Jahreszeit wird das Licheröder Essen oft sogar direkt auf den Hof geliefert.

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Brötchen backen und Nudeln herstellen

Am Anfang war das Korn, und damit beginnen die Kinder auch. Mit der Handmühle wird der Weizen in Mehl verwandelt, ein wahrer Wettbewerb entsteht zwischen den einzelnen Tischgruppen. Schließlich sind die Körner überraschend hart, der Arbeitsraum verwandelt sich kurzfristig in eine „Mucki-Bude“. Auch das Kneten des Teigs gehört zu den Königsdisziplinen, und am Schluss folgt die Kür: Das Formen und Verzieren der Brötchen. Ungeduldig wird nun die Freigabe für den Backofen erwartet, denn wie die Brötchen schmecken ist die spannendste Frage. Und da sage einer Vollkorn wäre nicht „in“. Genauso spannend ist die Herstellung von Nudeln, die dann mittags gegessen werden.

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Licherode ist toll, weil unsere Schüler in einer Woche unglaublich viel erleben konnten wie Plätzchen backen, Schlitten fahren, Weiden schneiden, Körbe flechten, Steine bearbeiten und mit Holz werken – wo gibt’s das sonst?

Tobias Weber, Mitglied der Schulleitung Gebeschusschule in Hanau