Umweltbildungszentrum Licherode
Ökologisches Schullandheim und Tagungshaus
Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Licheröder Forscherwochen

Alle Kinder sind Forscher. Sie sind von Natur aus neugierig, sind daran interessiert, Neues kennen zu lernen, unbekannten Dingen auf den Grund zu gehen.

In der Licheröder Forscherwoche werden die Neugier der Kinder und eine Fragehaltung gefördert, ein Verständnis für Phänomene und Zusammenhänge (nicht nur) in der Natur geweckt und Kreativität beim Entdecken und Forschen, beim Problemlösen, beim Untersuchen und Experimentieren entwickelt.

Was lernen Kinder beim Forschen?

die Ziele der Forscherwoche

Forschen heißt, Fragen an die Natur zu stellen und nach Antworten zu suchen. In der Licheröder Forscherwoche haben die Kinder den Freiraum, sich ohne Einschränkungen und enge Vorgaben mit der Sache auseinander zu setzen. Sie entdecken Interessantes, Besonderheiten (“Merk-würdiges“) und finden selbst Fragen, denen sie nachgehen möchten. Dazu stammen die Probleme aus ihrem Leben, aus  ihrem eigenen Erfahrungsbereich. Zur Beantwortung der Fragen denken sich die Kinder selbst Untersuchungen oder Versuche aus und führen sie durch.

Ziel des forschenden Lernens ist es also, dass die Kinder und Jugendlichen

  • in täglichen Erfahrungen, in Lebenssituationen Fragen und Probleme erkennen
  • Vermutungen über Ursachen, Wirkungen und Zusammenhänge aufstellen
  • sich Untersuchungen und Versuche ausdenken und diese durchführen
  • Ergebnisse formulieren, prüfen, ob sich die Vermutungen bestätigt haben oder nicht,  und die Fragen beantworten
  • die Ergebnisse auf Erfahrungssituationen übertragen und in größere Zusammenhänge einfügen

Und vor allem entdecken und forschen die Kinder bei all diesen Arbeitsschritten immer selbsttätig und möglichst selbständig  (handelndes Lernen).

Das oben skizzierte Konzept der Forscherwoche deckt sich in großen Teilen mit den Intentionen des BEP, die Forscherwoche kann somit in besondere Weise helfen, Ziele des BEP anzustreben.

Wie die Kinder beim Forschen lernen

zum Lernprozess

Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Kinder selbst forschen und nicht quasi ’nachforschen’, was andere schon geforscht haben, dass sie nicht Forschungsschritte und –ergebnisse anderer nur nachvollziehen. Der Lernprozess ist prinzipiell offen für die Ideen der Kinder, auch wenn diese zunächst als ’Irrweg’ erscheinen. Lernumwege fördern oft die Einsicht in das Problem und verhelfen zu tieferen Erkenntnissen.

 

Forschen erscheint in der Welt der Erwachsenen als ein logisches Geschehen, in dem Experimente Auskünfte über unbekannte Sachverhalte geben, und wo durch logisches Denken Schlüsse gezogen und Erkenntnisse gewonnen werden.

Wesentliche Eigenschaften eines Forschungsgegenstandes, wie z.B. dem Waldboden, kann man aber auch auf anderem Wege erkennen und sein eigentliches Wesen verstehen. Z.B. verstehen viele Menschen das Wesen des Waldbodens eher durch Fühlen und Zerkrümeln eines Stücks Waldboden oder durch seinen Geruch als durch die Analyse von Experimenten.

Der von uns angestrebte Erkenntnisprozess ist ganzheitlich, er wird durch Erleben und Erfahren angeregt und voran gebracht. Empfindungen, unser innerer Zugang zu einem Sachverhalt / Problem spielt ebenso eine wichtige Rolle beim Forschen wie das logische Denken. Vor allem Kindern erschließt sich eine Sache oft eher durch künstlerisches Gestalten, durch praktisches Tun, durch Spielen. In der Licheröder Forscherwoche wird versucht, möglichst viele Zugänge zum Forschungsgegenstand zu eröffnen, viele Lernwege anzusprechen. Entdeckendes und forschendes Lernen ist ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand.

Was tun Umweltpädagogen und LehrerInnen beim Forschen der Kinder?

zur Rolle der Unterrichtenden

Für die Kinder sind die Antworten auf ihre Forscherfragen und der Lösungsweg dorthin unbekannt. Die Unterrichtenden halten sich in der Forscherwoche so weit wie möglich zurück und beeinflussen den Forschungsprozess der Kinder möglichst nicht. Ihre Rolle in einem offenen Forschungsprozess ist die eines Lernberaters, der Lernhilfen gibt, z.B. beim Strukturieren des Arbeitsvorhabens oder durch Ratschläge für mögliche Lernwege, ohne den Forschungsweg vorzuschreiben. Eine solche Hilfe kann aber auch das Vorstellen einer Arbeitsmethode sein, die die Kinder noch nicht kennen, die ihnen aber für ihre Problemlösung nützlich sein kann, beispielsweise das Messen von Temperaturen mit einem Thermofühler, das Eintragen von Messwerten in Tabellen oder das Bestimmen von Tieren im Humus… Und natürlich unterstützen die Unterrichtenden die Kinder durch Beschaffen von Arbeitsmaterial, von Geräten, Bestimmungsbüchern,…

Themenangebote für die Forscherwoche

Zurzeit gibt es folgende Themenangebote für eine Forscherwoche

  • Boden: Boden ist nicht nur Dreck
  • Wärme – Kälte – Dämmung: Wie halten wir uns im Winter warm?
  • Bach: Wie kann der Bach sauber bleiben?
„Als wir zum Gipsbruch gelaufen sind, haben mir die Füße weh getan, aber es hat sich gelohnt.“

(Nicole, Otto-Hahn-Schule Heusenstamm / Exkursion Gipsbruch)