Umweltbildungszentrum Licherode
Ökologisches Schullandheim und Tagungshaus
Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Rohstoff Holz

Licherode ist umgeben von Wald, und für das Dorf war und ist das Holz mit der bedeutendste Rohstoff. Waldarbeit und insbesondere der Beruf des Holzrückers ist seit Jahrhunderten eine wichtige Grundlage des wirtschaftlichen Geschehens vor Ort. Daher liegt es nahe, den jungen Gästen  des Schullandheims Kenntnisse über das Arbeiten im Wald und die Nutzung der Bäume zu vermitteln. Dazu kommt, dass der Wald als Spiel-, Entdeckungs- und Kreativraum fast unschlagbar ist. Überraschende Erlebnisse sind mehr als nicht ausgeschlossen, sondern eher die Regel.

Walderkundung mit dem Förster

Der Termin mit Förster Adam, der beim Forstamt Rotenburg für Waldpädagogik zuständig ist, führt in die Tiefe der forstlichen Waldnutzung. Die Begegnung mit dem Fachmann ermöglicht den Kindern, Fragen zu stellen, die den Wald als Nutzholzlieferant beleuchten. Sie lernen Baum- und Holzarten genauso kennen, wie die unterschiedlichen Erntemethoden. Ganz nebenbei erfahren sie, was nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet. Am lebendigsten ist die Walderkundung, wenn der Förster noch am Ende der Führung mit Fragen „bombardiert“ wird. Herr Adam stellt sich gerne auch auf spezielle Wünsche der Gruppe ein. Die Aktion findet in aller Regel in unmittelbarer Nähe des Schullandheims statt.

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Stationsarbeiten Holz als Rohstoff

Unterschiedliche Härte, Gewicht, Biegsamkeit, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Klang - all das macht Holz zu einem spannenden Material. Um dies zu „begreifen“ lernen die Kinder an Stationen die Holzarten kennen, in dem biegen, sägen, klopfen udn tasten. Aus den selbst geprüften Holzeigenschaften ergeben sich Erkenntnisse für die Nutzung von Holz als Baustoff, aber auch als Klangkörper für Musikinstrumente. Die Stationen werden dabei im und vor dem Haus aufgebaut, und am Ende der Auswertung haben die Kinder Ahnung von Holz im sprichwörtlichem Sinne bekommen.

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Pflanzaktion (nur im Winter)

Was spätestens seit Stürmen wie „Wiebke“ oder „Kyrill“ klar geworden ist: Mischwald ist wesentlich robuster und ökologisch sinnvoller als Monokulturen. Nachdem die Stürme auch in Licherode gewütet und die Reinbestände aus Fichten zum Teil schwer geschädigt hatten, organisierten Umweltbildungszentrum und Hessen Forst Pflanzaktionen mit Kindern. Jungbäume ausgraben, Pflanzreihen abmessen, Einpflanzen und so für die Ururenkel zu sorgen, genauso wie unsere Vorfahren es gemacht haben, ist für die Kinder ein erhebendes Gefühl. Die körperliche Herausforderung des Grabens mit dem Spaten spielt ebenso eine Rolle wie die fürsorgliche Behandlung der zarten Feinwurzeln.

Alternative zu: Waldhüttenbau

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Waldhüttenbau

Nicht mit Hammer und Nägeln werden die Waldhütten gebaut, sondern ohne Hilfsmittel, und als Material steht nur das zur Verfügung, was der Wald liegen gelassen hat: Äste, Zweige, Farnkräuter, Laub. Es entstehen kleine Hütten, größere, runde, längliche, flache, hohe. Jedes Bauwerk ist einmalig, und die beteiligten Kinder lernen viel über Statik, Biegsamkeit und Belastbarkeit von Holz. Als besonders interessant erweisen sich oft die Fehlschläge, aus denen sich Änderungen in der Vorgehensweise ergeben. Geschicklichkeit und Ausdauer sind Trumpf. Und nebenbei gibt es Zufallsfunde: „Guck mal, ein großer Käfer!“, „Da! Ein Tausendfüßer!“

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Prof. Dr. Friederike Heinzel, Universität Kassel