Umweltbildungszentrum Licherode
Ökologisches Schullandheim und Tagungshaus
Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Rohstoff Weide

Jahrhundertelang waren die Korbmacher eine normale, in den Dörfern völlig geläufige Berufsgruppe, da Körbe in jedem Haushalt gebraucht wurden und viel haltbarer waren als die heute genutzten Einkaufstüten aus Kunststoff. Heute ist das Flechten von Weidenkörben ein fast unbekanntes Handwerk geworden. Da es im benachbarten Sterkelshausen noch einen der wenigen hauptberuflichen Korbmacher Hessens gibt und sich das ehemalige Korbmacherdorf Beiseförth in der Region befindet, lag es nahe, die Weide in das pädagogische Programm in Licherode aufzunehmen. Zudem haben wir es hier mit einem speziellen Winterthema zu tun, dessen Attraktivität den Sommerthemen in nichts nachsteht.

Einführung mit Weidenrundgang

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Zunächst kommen die Besonderheiten und die Vielseitigkeit der Weidenarten ins Gespräch, denn diese erstaunlichen Pflanzen können nicht nur als Flechtmaterial dienen. Sie liefern u.a. auch Ausgangsstoffe für Schmerzmittel und Gerberei. Und einerseits sind die Weiden relativ kurzlebig, andererseits von überraschender Vitalität. Die Schulklassen lernen im Dorf einige der pflanzlichen Persönlichkeiten kennen und legen am Schluss auch selbst Hand an, denn die Weidenruten für die Körbe müssen selbst geerntet werden. Von daher ist es gut, Gartenscheren mitzubringen.

Besuch beim Korbmacher oder im Korbflechtermuseum

Immer wieder erregen die kräftigen Finger des Korbmachermeisters Horst Pfetzing großes Aufsehen und natürlich seine überragende Geschicklichkeit beim Flechten. Für die Kinder ist es eine höchst beeindruckende Sache, dem Profi zuzuschauen und ihn kennen zu lernen. Seine Werkstatt befindet sich zu Fuß etwa 7 km von Licherode entfernt, so dass i.d.R. eine Rückfahrt mit dem Bus (mit zusätzlichen Fahrtkosten) anfällt.  Allerdings sind Termine bei Herrn Pfetzing erst nach Weihnachten möglich, so dass mit dem Korbflechtermuseum in Beiseförth eine Alternative besteht. Beiseförth ist mit Bus bzw. eine Teilstrecke mit dem Zug erreichbar. (es entstehen zusätzliche Fahrtkosten)

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Körbe machen

Nun geht es an die Arbeit! Unter Anleitung der MitarbeiterInnen in Licherode stellen die Kinder ihren eigenen Korb  her. Der Boden aus Holz ist vorbereitet, aber die senkrechten und waagrecht geflochtenen Weidenruten verlangen den JungflechterInnen einiges ab. Der Lohn dabei ist allerdings auch ein großer: „Da, den hab ich selbst gemacht!“ Der Stolz auf die eigene Leistung ist hier oft ganz besonders ausgeprägt. Und am Abreisetag ergibt sich ein hinreißendes Bild, wenn eine ganze Klasse mit Körben im Arm in den Bus steigt.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen

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Schriftenreihe "Lernen & Erleben"

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Aus der Schriftenreihe "Lernen & Erleben" gibt es die Infoschrift zum Thema Korbflechten. Der Besuch bei der Korbflechterei Pfetzing in Sterkelshausen zeigt uns, wie's geht:

Im SHOP erhältlich: Von der Weide zum Korb

„Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit. Ich habe sehr lange gebraucht, um auf die Idee zu kommen. Ich habe es mir im Kopf vorgestellt. Erst habe ich gedacht, dass wir es nicht schaffen, aber zum Schluss hat es gut geklappt.“

(Emir, Erich-Kästner-Schule Castrop-Rauxel / Naturkunst mit Steinen)