Umweltbildungszentrum Licherode
Ökologisches Schullandheim und Tagungshaus
Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

BNE - Bildung für nachhaltige Entwicklung

die Leitlinie der Licheröder Umwelt-Bildungsarbeit

BNE zieht sich wie ein roter Faden durch alle unsere Angebote und ist strukturell und dauerhaft in allen Bereichen unseres Zentrums verankert.

Zudem leistet Licherode über die Beteiligung an bundesweit bedeutsamen Forschungs- und Pilotprojekten einen greifbaren Beitrag zur aktuellen Diskussion und zur Konkretisierung des Begriffs "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Dies sind auch die Gründe, warum das Umweltbildungszentrum Licherode bereits fünfmal als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde.

Autor: Wolfgang Ellenberger

Das Licheröder Umweltbildungskonzept

mehr als nur Erleben und Kennenlernen der Natur

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Das Licheröder Umweltbildungskonzept reicht weit über das Erleben und Kennenlernen der Natur hinaus und bezieht weitere wichtige Felder wie z. B. die Ernährungsbildung mit ein. Wir bemühen uns um eine ganzheitliche Bildung, die den ganzen Menschen mit all seinen Facetten im Auge hat.
Wir wollen Rücksicht nehmen auf sein Wesen, seine Empfindungen wie seine Befindlichkeit und versuchen, die Persönlichkeit des Kindes bzw. des Jungendlichen zu entwickeln. Mit einer ganzheitlichen Umweltbildung streben wir in Licherode zwei zentrale Ziele an:

Die Kinder sollen

  • sich als Teil der Natur und der Umwelt begreifen
  • eine positive Einstellung zur Natur und zu einem umweltgerechten Leben entwickeln und vertreten
  • einen nachhaltigen Lebensstil praktizieren (1)

1) Vgl. Wegfinder – Handbuch für die Umweltbildung Nordhessen o. J., S. 11; Wegfinder – Handbuch Umweltbildung und Nachhaltigkeit Süd- und Mittelhessen o. J., S. 7

Die Überwindung der Verkopfung

Umweltbildung überwindet die weitgehende Verkopfung schulischen Lernens, versteht sich als Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Dabei sollten die unterschiedlichen Dimensionen des Lernens berücksichtigt werden:

  • die kognitive Dimension, die sich mit den Lerngegenständen, den Inhalten und Strukturen, d. h. dem Wissen, beschäftigt,
  • die affektiv-emotionale Dimension, die Gefühle nicht nur zulässt, sondern das Empfinden fördert,
  • die handwerklich-praktische Dimension, in der konkretes Tun und praktische Arbeit einen Zugang zur Umwelt eröffnet,
  • die körperlich-motorische Dimension, die uns lehrt, unseren Körper zu erfahren, auf ihn Rücksicht zu nehmen und ihn gesund zu erhalten,
  • die soziale Dimension, in der man lernt, miteinander zu leben, zu arbeiten und zu erleben, und die uns verdeutlicht, dass alles Handeln sich immer in einem sozialen Kontext vollzieht,
  • die ästhetische Dimension, die auf die Schönheit von Natur aufmerksam macht,
  • die ethisch-religiöse Dimension, die bei den Heranwachsenden Wertvorstellungen fördert, die Achtung vor der Schöpfung vermittelt und die Natur und die Lebewesen als Mitwelt erkennen lässt,
  • die gesellschaftlich-politische Dimension, die darauf hinweist, dass Umweltprobleme gesellschaftlich bedingt sind und politisch gelöst werden müssen.

Leitlinien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

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Bildung für eine nachhaltige Entwicklung greift alle genannten Merkmale ganzheitlicher Umweltbildung auf, ist aber noch weiter gefasst.
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung…

  • ist nicht wertfrei. Wir wollen Wertvorstellungen vermitteln, die auf die Achtung des Lebensrechts und der Würde aller Lebewesen ausgerichtet sind, die das Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Menschen als Symbiose, als partnerschaftliches Verhältnis betrachten. Es gilt, die Fähigkeit zu einem behutsamen Umgang mit der Natur zu entwickeln, Empfindsamkeit, innere Betroffenheit, Engagement und verantwortliches Handeln im Naturund Umweltschutz zu fördern.
  • ist auf den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der gegenwärtig wie zukünftig lebenden Menschen ausgerichtet.
  • bezieht zur Lösung von Problemen das Wissen und die Denk- und Arbeitsmethoden verschiedener Fächer / Disziplinen ein und fördert Fächer übergreifendes Arbeiten.
  • berücksichtigt, dass komplexe Probleme nicht mit linearem und eindimensionalem Denken bearbeitet werden können, sondern ein Denken in Netzbeziehungen, ein ökologisches (systemisches) Denken erfordern.
  • vermittelt neue Lernformen, in denen die Lernenden sich aktiv mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen, und entwickelt die Befähigung zum Erkennen wie die Fähigkeit zum Handeln.
  • wendet sich ab von einer an der Fachsystematik orientierten Stoffvermittlung, greift dagegen Probleme der Lebenswelt auf und vermittelt die Fähigkeit, Fachwissen zur Lösung von Problemen einzusetzen.
„Diese Klassenfahrt wird in meiner Erinnerung bleiben. Dabei habe ich auch Vieles gelernt, wie zum Beispiel: Steine schleifen, ordentlicher, kreativer und selbständiger zu sein. Ich habe auch eine gute Erfahrung gemacht, wie es ist mit meinen Freundinnen auf längere Zeit zusammen zu sein.“

(Vanessa, Mornewegschule Darmstadt / Rohstoff Steine)